Bert Olsons Blog

 

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Hommage an L.A. und dem langem Abschied

Sonntagnachmittag, grauer Herbstregen auf dem nassen Asphalt
rauschen die Reifen, dicke Tropfen schlagen gegen das Dachfenster.
Das Saxofon von Charlie Parker improvisiert flüchtig, die schnellen
Tempi und komplexen Harmonien fluten nervös durchs Zimmer.
Schwarz, weiß, rote Klänge, große Muster; virtuos, vibrierend mit einem
unruhigen Rhythmus verbunden. In meinem Mug dampft der Kaffee.

Meine Gedanken kreisen.

Einen Freund kannst du um nichts bitten, er kann es dir nicht abschlagen.
Um einen Gefallen oder Almosen bitten, nein das geht. Ein Fremden um
etwas bitten das kann man. Der Fremde kann weitergehen und so tun,
als hätte er nichts gehört.

Du hast ein großes Stück von mir gekauft. Für ein Lächeln, ein Nicken,
ein Winken der Hand und ein paar Drinks hin und wieder in einer stillen Bar.
Es war nett, so lange es währte. Mach es gut – groß Abschied nehmen
wollen wir nicht. Das haben wir getan, als es etwas bedeutete.
Als es ein trauriges, einsames und endgültiges Wort war.

Ich sah wie die Tür sich schloss und lauschte den Schritten, die sich langsam
entfernten, bis sie ganz verstummt waren. Ich lauschte trotzdem weiter
Wozu? Wollte ich vielleicht, das sie stehen blieben sich umdrehten und
zurückkämen, mir das Gefühl ausredeten, das ich hatte? Nun, nichts passierte. Wir haben uns nie wiedergesehen.

Die CD ist zu Ende und ich habe den Kaffee ausgetrunken, es ist kurz nach
drei Uhr nachmittags und die Dämmerung beginnt.

27.10.08 12:35
 


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